17 | 07 | 2019
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VfB-Gefühle im Kampf gegen den Abstieg: 2:1 gegen Mühlhausen

So also ist das VfB-Gefühl, wenn man gut bis sehr gut mitspielt, Chance auf Chance erspielt - und man zehn Minuten vor Schluss dennoch 0:1 hinten liegt. Die D1-Jugend des KV Plieningen wusste genau, um was es im Nachholspiel gegen den TSV Stuttgart-Mühlhausen ging: Um den Klassenverbleib und gegen den Abstieg. Mühlhausen hatte bisher keinen einzigen Punkt geholt, aber am letzten Samstag beim Tabellenführer Georgij Allianz nur 0:2 verloren. Ein Schützenfest sieht anders aus - und ein schwacher Gegner spielt auch im Ergebnis schlechter gegen einen Tabellenführer.

Andererseits waren die Vorzeichen beim KV so gut wie noch nie in der Kreisleistungsklassen-Runde: Alle Mann anwesend und mit Ausnahme von Richard auch ohne größere Verletzungen auf dem Platz. Es konnte also taktisch ausgewechselt werden, wenn die Kräfte nachlassen würden. Ausgezeichnete äußere Bedingungen, dazu ein tadellos pfeifender Schiedsrichter, der KV konnte optimistisch in das Spiel gehen. Blöd war nur der Druck: Es musste gewonnen werden! In der Tabelle führte der KV zwar mit zwei Punkten vor der Spielvereinigung Stetten, die man ja auch schon mit 3:1 besiegt hatte. Im Falle eines Unentschiedens oder gar einer Niederlage hätte Stetten aber den KV überholt und auf einen Abstiegsrang verwiesen. Mühlhausen war in Stetten nicht angetreten, die drei Punkte und 3:0 Tore werden den Stettenern noch gutgeschrieben. Alles andere als ein Sieg war gleichbedeutend mit Abstieg bei nur noch einem ausstehenden Spiel.

Entsprechend verkrampft gingen die Kicker des KV ins Spiel. Mühlhausen spielte wacker mit, war aber keineswegs spielbestimmend. Das frühe Pressing schon in der Mühlhausener Hälfte klappte zu Spielbeginn recht gut, Anton und Matteo hatten ihre Außen weitgehend im Griff und was durchkam, war sichere Beute des erneut souverän spielenden Paul. Vor allem Matteo lieferte sich in der Folgezeit mit seinem Gegenspieler intensive Zweikämpfe mit Haken und Ösen. Die beiden Kicker schenkten sich nichts, blieben aber dennoch bei allem Kampf fair zueinander. Auch nicht selbstverständlich, wenn es so knapp zugeht. Paul stand souverän hinter der Zweierkette mit Richard und Timo, später Michi und Richard oder Michi und Patrik. Im Sturm ließ das Kombinationsspiel manchmal, aber nicht durchweg zu wünschen übrig, ein entscheidender Vorstoß mit erfolgreichem Abschluss aber blieb aus. Eine richtig hundertprozentige Chance war in der ersten Halbzeit nicht dabei.

Dafür schlichen sich mit zunehmender Spielzeit Leichtsinn und Missverständnisse vor allem vor dem eigenen Strafraum ins KV-Spiel ein. Querpässe in der eigenen Hälfte und Ballverluste an der Mittellinie luden die Mühlhausener geradezu zum Tore-Schießen ein. Nils schimpfte hinten wie ein Rohrspatz, fing ab, was ging, konnte aber in der 29.Minute gegen einen missglückten Abwehrversuch von Richard nichts mehr machen. Der Ball landete als Querschläger im eigenen Strafraum genau vor dem Fuß eines Mühlhauseners, der unter dem Jubel der Gäste-Zuschauer das 1:0 schoss. Mit ziemlich betretenen Mienen gingen die KVler in die Halbzeit. Es konnte nur besser werden.

Beunruhigend war zu diesem Zeitpunkt vor allem, dass nach vorne mit zunehmender Spielzeit immer weniger zusammenlief. Sam rannte sich immer wieder in der Abwehr fest, Alexis fand immer einen Gegenspieler, der ihm im letzten Augenblick den Ball vom Fuss spitzelte. Und wenn es dann doch zum Abschluß kam, landete der Ball weit über oder neben dem Tor. Leandro hatte etwas gut zu machen: Sein kapitaler Fehlschuss kurz vor dem Ende des Spiels in Gablenberg wurmte ihn immer noch. Das hatte zwei Punkte gekostet - also sollte ihm heute wenigstens ein Tor gelingen. Leider wird es mit der Brechstange selten etwas.

Und dann das VfB-Gefühl in der zweiten Halbzeit: Der KV spielte besser, spielte reifer und begann, Chance auf Chance herauszuarbeiten. Aber immer war ein Mühlhausener Fuß im Weg und die Zeit verging ohne Ergebnisverbesserung. Bis zu 53.Minute war es schier zum Verzweifeln: Die Abwehr stand sicher, Mühlhausen kam nur noch wenig in die KV-Hälfte, aber der Ball wollte einfach nicht in die Tornähe kommen, geschweige denn ins Tor selbst. Man merkte es den KVler an: Sie wollten, weil sie mussten und sie kämpften, weil der Abstieg drohte. Alexis, bis dahin schon wenigstens vier Mal mit dem Ausgleich auf dem Fuß, aber bis dahin ohne Glück, schaffte es dann doch noch, den Ball, von Sam wunderschön in den Lauf gespielt, am Torhüter vorbei zum 1:1 einzuschieben. Wenigstens der Ausgleich. Nun wollten sie aber allesamt den Sieg haben. Nur wie?

Mühlhausen geriet immer mehr unter Druck. Die komplett angetretene KV-Jugend konnte dieses Mal wechseln und mit Timo, Richard, Moritz, Patrik oder Julian einwechseln, wo sich Ermüdungen zeigten. Was aber schon 50 Minuten lang davor nicht geklappt hatte - der erfolgreiche Abschluss - , wie sollte das jetzt kurz vor dem Abpfiff besser werden? Es musste schon der schönste Angriff über mehrere Stationen mit einem Durchspiel auf Alexis in der 60.Minute sein, um den Sieg zu erzwingen. Alexis war im Spiel schon drei Mal so frei vor dem Torwart aufgetaucht und hatte zwei Mal vergeben und einmal eingenetzt. Eine 50:50-Chance - und die nutzte er zum 2:1-Siegtreffer. Welche Erleichterung das für die gesamte Mannschaft war, konnte man am Kickerberg jubelnder Spieler nach dem Siegtor erkennen. 

Das war nun anders als in dieser Saison meistens beim VfB: Das Spiel endete mit einem Sieg, der alle Chancen für den Klassenerhalt offen lässt. Ein Punkt fehlt noch, um auch dann nicht abzusteigen, wenn Stetten im letzten Spiel gewinnen sollte. Das Heimspiel am Samstag gegen Möhringen hat also noch eine erhebliche Brisanz für den Erfolg oder Misserfolg der gesamten Meisterschaftsrunde.